Hans Hermann Storm

Hans Hermann Storm (*1937) wuchs in Elsdorf-Westermühlen auf dem landwirtschaftlichen Betrieb seiner Eltern auf und besuchte die Waldorfschule in Rendsburg. Nach einer landwirtschaftlichen Lehre machte er eine Ausbildung zum Fachlehrer für Agrartechnik und unterrichtete von 1962 bis 1989 an der DEULA-Landwirtschaftsschule in Osterrönfeld.

1985 erschien sein erster Bildband „So war es damals, das Leben auf dem Lande“, in dem er Fotos seines Großvaters Jürgen Mahrt veröffentlichte, die er mit Texten zum Leben auf dem Lande in den 20er bis 40er Jahren ergänzte.

Jürgen Mahrt war ab 1920 mit seiner Glasplattenkamera über das schleswig-holteinische Land gefahren und hatte Alltagssituationen festgehalten - den Arbeitstag von Bauern, Schustern und Bäckern, Bilder vom dörflichen Leben. Er schuf einmalige, für diese Zeit untypische Porträts, die die Menschen in ihrem Alltag zeigen. Mahrt, ein Autodidakt, schuf stimmungsvolle und ästhetische herausragende Zeitdokumente, wohl wissend, dass er eine Ära kurz vor ihrem Ende abbildete: Das Leben auf dem Lande unmittelbar vor der Technisierung.

Bis 1995 erschienen von „So war es damals, das Leben auf dem Lande“ im Hamburger Christians Verlag fünf weitere Bände. Die Reihe ist mit über 120.000 verkauften Exemplaren die erfolgreichste dieser Art in Norddeutschland.

Ab 1997 veröffentlichte Storm eine neue, großformatige Reihe von Bildbänden: Vör de Klöndör (1997), Vertellen von fröher (1999), Hest al höört? (2000), Weeßt noch? (2002), Ja, so weer dat (2007). Zudem erschienen mehrere Kalender mit Fotos von Jürgen Mahrt.

Neben seiner Tätigkeit als Buchautor ist Storm als Referent tätig. Seit 1990 hält er im norddeutschen Raum volkskundliche Vorträge, in denen er Themenbereiche wie die Jagd, die Arbeit im Torfmoor, Festgebräuche oder die Heuernte beschreibt und mit Fotos seines Großvaters illustriert. Seit über zehn Jahren erscheint in der Schleswig-Holsteinischen Landeszeitung seine sehr erfolgreiche volkskundliche Serie Weeßt noch?, in der er anhand historischer Fotos alte Gebräuche, Handwerke und Märchen wieder aufleben lässt.

2005 gründete Storm einen eigenen Verlag (www.stormverlag.de). Er entwickelte aus seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit volkskundlichen Inhalten neuartige Bildbände für die Therapiearbeit mit Demenzkranken und veröffentlichte das Handbuch zur Biografiearbeit Bilder erzählen (Band 1). 2007 erschien der zweite Band dieser Reihe.